Eine interessante Frage....... - SondelnMal angenommen,ihr findet etwas kulturell wertvolles! Wie würdet ihr euch verhalten? Da kommt man ins grübeln wenn man keine NFG hat um den angetrauten Archi um Rat zu bitten. Man macht sich keinen Kopf und verhökert es bei Ebay? Aber es gibt auch sehr viele Sondler die Verantwortungsbewustsein haben und melden einen vermeintlich wertvollen Fund dem Landesdenkmalamt. Wie denkt ihr darüber? hmmHaha, da triffst du den Nerv des Sammlers. Ich glaube nicht daß es viele gibt die sich davon freisprechen könnten, exakt nach den gesetzlichen Vorgaben zu handeln. Ich habe über 30 Jahre Fossilien gesammelt, angekauft und auch verkauft, um mein Hobby zu finanzieren. War ein teures Hobby wie Lars sicher bestätigen kann. Ein Beispiel: Mitte der 80er fand ein Bekannter (immer diese Bekannten :-)) den Schädel eines gut 3m langen Ichthyosauriers in der Nähe von Solnhofen/Bayern im Anstehenden. Nach ersten Untersuchungen zeigte sich, daß dieser sich unter einem oberhalb des Steinbruchs befindlichen (und unter Denkmalschutz stehenden) Römerwegs fortsetzte. Man barg dieses Fossil innerhalb einer Nacht (mittels Autoscheinwerfern) komplett und schüttete den Römerweg so gut es ging wieder zu. Nach Abtransport (mittels 2 LKW-Ladungen) und grober Vorpräparation stellte sich heraus, daß diese Spezies bis dato unbekannt und damit wissenschaftlich sehr bedeutend war. Was tun - seinem guten Gewissen folgen und brav abgeben oder doch die andere Richtung? Das Ergebnis war - mein Bekannter pachtete sich einen Standard-Steinbruch und siehe da, genau dort hatte er ihn gefunden und ihn anschließend für knapp eine halbe Million ans Land verkauft. Damit hatte dann jeder das was er wollte. So oder ähnlich handelten viele Fossiliensammler - und einige hatten auch ihren eigenen Steinbruch um flexibel zu sein (auch ich, siehe meine HP). Dadurch wurde es möglich, daß ich viele meiner Fossilien der Wissenschaft zur Verfügung und zur Bearbeitung stellen konnte ohne die Unsicherheit zu haben, sie auch wieder zu bekommen. Beim Sondeln dürfte es nicht viel anders sein, aber das ist individuell. Ich machs zwar noch nicht allzu lange und hab die NFG erst seit April, aber ich kann mir nicht vorstellen daß derart wertvolle Funde (vielleicht mit sehr seltenen Ausnahmen) zutage kommen, daß man mit sich selbst im Clinch liegt. Ich behaupte mal von mir, daß ich alles dem LDA melden würde und werde. Ich muss hier mal ganz ehrlich sein, ich weiss es nicht. Verkaufen käme für mich niemals in Frage, egal was immer es auch ist. Ich habe vor Monaten ein sehr langes Gespräch mit einem sehr erfahrenen Archäologen geführt, und das hat mich echt zum Umdenken bewegt. Er hatte in seiner Studienzeit einige Praktiken in diversen Museumsarchiven. Dabei hatte er den Zustand einiger Exponate bemängelt, darauf bekam er die Antwort..." schmeiss es doch in die Tonne". Die Funde waren ca. 3500 Jahre alt. Er hat mir ganz klar zu verstehen gegeben, das ein schöner Fund in meiner Vitrine besser aufgehobenen ist, als in einem muffigen Museumskeller.Seine Worte... Du erfreust dich jeden Tag daran, im Archiv ist es für immer zum vergammeln bestimmt.... Das regt natürlich zum Nachdenken an, aber jeder sollte für sich entscheiden wie er das regelt. Klar habe ich auch ne NFG und melde meine Fund auch, aber das war für mich schon echt krass. Gruss Lars Verkaufen auf keinen Fall. Würde niemals einen Fund verkaufen. Entweder würde ich es bei mir zu Hause ausstellen oder bei einem befreundeten Archi abgeben Nach dem ich den Bericht von Lars gelesen habe bin ich doch etwas nachdenklich geworden ! Für mich stellt sich jetzt die Frage , Ist es wirklich Usus nicht mehr ansehnliche Stücke oder stark beschädigte einfach in die Tonne zu klopfen ? Wenn ja ist das für mich eigendlich ein Skandal ! Sondengänger die ihre funde nicht melden oder unterschlagen werden verdonnert und dort werden sie dann irgendwann der Zerstörung preis gegeben ? Irgendwie bekomme ich lust mal in den Mülltonen der Musen zu sondeln ! Um das ganze mal zu Überprüfen. Bis dann, Lutz Mal angenommen,ihr findet etwas kulturell wertvolles! Wie würdet ihr euch verhalten? Diese Frage habe ich mir schon hundert mal gestellt und die Antwort hundert mal modifiziert. Jetzt bin ich bei dem Stand im denken, dass ich bei einem "besonderen Fund" diesen lassen würde wo er ist und eine Nacht drüber schlafe um dann zu entscheiden. Zu entscheiden: 1. einen Anwalt hinzuzuziehen 2. die Presse hinzuziehen 3. die Denkmalschutzbehörde zu informieren. Beispiel: 1. Ich find ein Gefäß mit 10 Goldmünzen, Kaiserreich, alle bekannt. Hier würde ich nur den Grundstücksbesitzer hinzuziehen. Ich finde Teile einer Ritterrüstung, hier würde ich erst die Presse, dann den Grundstücksbesitzer und dann die DschBehörde informieren, den Fund jedoch in Sito belassen. Um mir die Publikationsrechte zu sichern eventuell auch einen Anwalt. Ist diese Ritterrüstung aus purem Gold wäre die Reihenfolge wiederum anders. Hier würde der Anwalt an erster Stelle stehen, dann der Grundbesitzer und die nächsten Schritte würden wir dann gemeinsam festlegen. Ihr seht meiner Fantasie kennt keine Grenzen 8o aber alles in Allem kann man es nicht pauschal beantworten. Deshalb, erst mal einen "dicken Hund" finden und dann entscheiden. LG Hartmut Da das Fossiliensuchen und das Sondeln viele Gemeinsamkeiten hat, grad was Fundmeldungen usw. angeht, möchte ich euch mal hier mal eine Sache erzählen. Im Jahr 2006 fand mein Sohn in einem Steinbruch ein Massenvorkommen von Encrinus liliiformis . Das ist eine versteinerte Seelilie, die nicht so häufig ist und in dem Bundesland auch meldepflichtig. Es sollte sich nachher rausstellen, das es über 400 Exemplare auf ca. 10x10 m waren. Also ein Fund von recht stattlichem Wert. Wir haben den Fund am gleichen Tag dem zuständigen Studierten vom LDA gemeldet. Nach einigen Wochen kam es zu einem Rechtsstreit zwischen Grundstückseigentümer und LDA. Es gab zich Verhandlungen ohne ein Ergebnis. Über Jahre blieb der Fund im Boden, bis eines Tages ein befreundeter Sammler eine verblüffende Beobachtung machte. Von Weiten konnte er zuschauen, wie der Studierte vom LDA eine Raubgrabung veranstaltete und die geborgenen Funde in einen LKW verlud. Am zeiten Tag stellte er ihn zur Rede, worauf ihm Schläge angedroht wurde. Dieser tolle Fund hat somit nie ein Museum erreicht, sondern wurde auf dem Schwarzmarkt in Ungarn verscheuert wie sich nachher rausstellte Ich möchte nicht alles schlecht reden, aber bei solchen Sachen bekomm ich Schnappatmung. Gruss Lars Ihr seht meiner Fantasie kennt keine Grenzen 8o aber alles in Allem kann man es nicht pauschal beantworten.Deshalb, erst mal einen "dicken Hund" finden und dann entscheiden. Ich denke, Hartmut hat es auf den Punkt gebracht. Fast jeder hat eine Grenze, die er bei einem entsprechenden Fund bereit ist zu überschreiten. Bei den wenigsten - und davor habe ich großen Respekt - ist diese Grenze nicht vorhanden und sie handeln generell uneigennützig. Wie würden die meisten reagieren bei einem Barbarenschatz? Bestimmt würden einige ihre guten Vorsätze über Bord schmeissen, es ist einfach zu verlockend - obwohl solche Funde durch Selbstverschulden oder Unachtsamkeit oft eh ans Licht der Öffentlichkeit kommen - und dann gibts Ärger. Aber eins könnte ich garantiert nicht - den Fund liegen lassen und eine Nacht drüber schlafen. @Lars Das war sicher nicht der erste und letzte seiner Art der so handelt. Wenn man die Menge bedenkt an Kostbarkeiten die in den Archiven vieler Museen liegen und nie an die Öffentlichkeit kommen - da möchte ich nicht wissen wie viele Studierende, Konservatoren und andere, die dort Zugang haben, schon in Versuchung geraten sind. Das BaFög ist ja auch nicht grad der Hit, da tut das ein oder andere Stückchen im Verkauf dem mageren Konto schon recht gut. Ihr seht meiner Fantasie kennt keine Grenzen 8o aber alles in Allem kann man es nicht pauschal beantworten.Deshalb, erst mal einen "dicken Hund" finden und dann entscheiden. Aber eins könnte ich garantiert nicht - den Fund liegen lassen und eine Nacht drüber schlafen. Das war auch mehr symbolisch für: erst mal Ruhe bewahren, viel nachdenken, eventuell Rat einholen und dann handeln, gemeint. Ja es ist in Deutschland und speziell in einigen Bundesländern ein heißes Eisen. Will ich eine NFG,oder nicht. Setze ich mich dem Druck aus meine Funde zu dokumentieren,einzumessen und abzugeben? Oder ich betreibe mein Hobby ohne NFG,aber befolge die Gesetze des LDA? Ich betreibe mein Hobby wie ich es für richtig halte. Frage den Eigentümer,auch bei der Polizei für öffentliche Plätze. Bodendenkmäler sind für mich tabu. Sollte ich einen kulturell wertvollen Fund finden,werde ich es dem LDA melden. Finanziell habe ich kein Interesse an meinen Funden und werde diese auch nicht verkaufen. Tauschen,vielleicht! Aber wenn man das so ließt was hier so geschriben wird,oh man! Korruption bei Beamten gibt es. Archäologen sind Freiberufler und werden staatlich nicht unterstützt. Kann mir das schon sehr gut vorstellen. Was die Funde betrifft,die von Sondlern an die Archäologen abgegeben werden und die diese wie ich schon oft gehört habe nie zurückbekommen haben und im Müll landen ist unter aller Sau. Es gibt Ausnahmen in den Bundesländern und manche haben das Glück einen Archi zu erwischen der einem hilft,unterstützt und berät. Aber das ist leider nicht Gang und Gäbe! Nun, mir steht es nicht zu Archäologen etwas zu unterstellen wofür ich keine Beweise habe. Dennoch traue ich den Typen nicht und damit meine ich die, die vom Staat in Lohn und Brot stehen, die Amtsarchäologen. Aber über die brauchen wir hier aber nicht pallabern. Wir Sondengänger sind in der Pflicht uns rechtlich sattelfest zu machen. Nur so können wir unser Tun einschätzen und uns gesetzeskonform verhalten. Ja richtig, will man eine NfG. haben und damit zum Ehrenamtlichen werden mit wenig Rechten und vielen Pflichten oder will man frei Spass am Sondeln haben. Dies muß jeder für sich entscheiden. Ich habe mich für letzteres entschieden und komme dennoch nicht mit dem Gesetz in Konflikt. Ich richte mein Tun danach aus und denke das ich sogar noch Luft nach oben hätte. Habe aber keinen Bock dies auszuloten. Hartmut, so sehe ich das auch. Falls es dennoch Probleme gibt ist man an einer Organisation angeschlossen. Die DSU. Solange es in Deutschland keine einheitlichen Gesetze der Bundesländer gibt und die Schatzregale abgeschafft werden,wird die DSU an Mitglieder Zuwachs bekommen. Hartmut, so sehe ich das auch. Falls es dennoch Probleme gibt ist man an einer Organisation angeschlossen. Die DSU. Solange es in Deutschland keine einheitlichen Gesetze der Bundesländer gibt und die Schatzregale abgeschafft werden,wird die DSU an Mitglieder Zuwachs bekommen. Ich bin dabei Klage gegen ein LDA zu führen. Dies kann ich aber nur weil ich eine Rechtsschutzversicherung inklusive Verwaltungsrecht habe. Kann ich nur jeden Sondengänger, auch die mit NfG. ans Herz legen. Hartmut, Du wirst nicht der Erste und nicht der Letzte sein der so vorgeht. Darf man nach den Hintergünden fragen? Bei uns in Österreich gibt es kein Schatzregal, da wird zwischen Grundeigentümer und Finder geteilt. Da meine Sammelleidenschaft den Heiligenanhängern gilt, werden alle anderen archäologisch wichtigen Funde dem Landesarchäologen übergeben. Dementsprechend ist mein Verhältnis zu den "Landesbediensteten" auch gut. Diesen Beitrag im Sondengänger und Detektor-Forum weiterlesen: Eine interessante Frage....... |
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