Follis - Metalldetektor Bodenfunde

Wie hier beschrieben stelle ich nun einige Funde nochmal einzeln vor. Unter anderem kam aus dem Acker ein Follis heraus. Wie am Ende erkennbar sein wird handelt es sich um einen Maximianus Herculius 286 - 310 n. Chr. Leider habe ich nur ein Bild der Rückseite vom Fundzustand. Die Vorderseite sah allerdings genau so aus: Eine dicke, sehr harte, sandartig eingebackene Kruste. Ich denke man hätte das Ding monate einweichen können ohne größeren Erfolg. Also dachte ich mir: Mensch versuch es doch das erste Mal mechanisch. Geeignetes Werkzeug war in Form eines scharfen Modellierwerkzeuges vorhanden. Zuerste habe ich also die Kruste an den groben Stellen mit der Klinge entfernt. Das Ganze hat ca 1,5 Std gedauert. Wichtig ist hier, denke ich, zu erkennen ob man sich gerade auf Stellen mit stabiler Patina/Grundmaterial befindet. Ich habe mich also erst an die einzelnen Buchstaben gemacht und war mit dem ersten Ergebnis zufrieden. Die Mitte der Münze habe ich an der Stelle erst ganz ganz vorsichtig angekratzt und konnte schon leicht eine Person erkennen. Danach wurde ganz leicht mit Ballistol abgebürstet: Ich näherte mich immer mehr der Mitte an (beidseitig) und trug Schicht für Schicht die Kurste ab. Immer wieder gefolgt von sanfter Ballistolbürstung: Wichtig war an dieser Stelle zu merken, wenn man auf eine "weiche" Stelle in der Patina stößt. An solchen Stellen ist es verlockend weiter zu schaben und man wäre dann sehr schnell auf dem blanken Kern. So ging es ca. 2 Stunden weiter. Hilfreich war die tiefstehende Sonne, in der man sehr gut das Relief erkennen und weiter freilegen konnte: Wie lange das Ganze dann insgesamt gedauert hatte weiß ich nicht mehr, aber ich brauchte schon einige Pausen für die Augen. Irgendwann sah es dann so aus: Nachdem ich mit dem Zustand zufrieden war gab es noch eine Behandlung mit Konservierungsmittel und anschließender sanfter Politur. Hier seht ihr das Endergebnis: Jetzt konnte ich den Follis auch identifizieren. Vorderseite: IMP MAXIMIANUS P F AUG Rückseite: SALUS AUGG ET CAESS FEL KART Karthago hält in erhobenen Armen Früchte Was ich gelernt habe: Alles steht und fällt mit dem Zustand der Patina und des Kernmaterials. Man erkennt deutlich, dass sich am Rand der Münze eine schöne schwarze, glatte Patina unter der Kruste gebildet hat. In der Mitte des Reliefs war diese Kruste schon komplett mit der Münze verbacken und konnte nicht mehr komplett glatt von mir entfernt werden.

Wow, toller Bericht und tolle Münze, glaubt man ja nicht was alles zu reinigen geht.... hmm Hast du ein Stereomikroskopbenutzt?

Wow, toller Bericht und tolle Münze, glaubt man ja nicht was alles zu reinigen geht.... hmm Hast du ein Stereomikroskopbenutzt? Ein Stereomikroskop besitze ich leider nicht. Wenn man gute Augen hat funktioniert es, mit Pausen, auch so. Ich habe mir ein wenig beholfen indem ich die tief stehende Sonne genutzt habe und so die Kontraste im Relief gut zu sehen waren. Wenn ich das jetzt öfter oder regelmäßig machen müsste wäre so ein Stereomikroskop wohl besser für die Augen.

Der Römer ist ja wieder nicht ansehnlich geworden. Vielen Dank für den Reinigungsbericht, den ich auch noch in die dafür vorgesehene Sparte kopiert habe --> Follis - ein Reinigungsbericht

Da hat sich ja die Arbeit voll und ganz gelohnt. Sehr sehr schön gemacht. Mein Respekt. :thumbsup:



Diesen Beitrag im Sondengänger und Detektor-Forum weiterlesen: Follis

Weitere Themen:
4 Kleine Anhänger
Pfennig Kärnten
Follis - ein Reinigungsbericht
Silberne MIttagspause
Gürtel Tasche für den Pinpointer
Silber-Terror 2/3
Ist es eine Fibel???
PC -Probleme!
Stück einer Buchschließe
Stück eines Zinnlöffels

Impressum   Forum   Metalldetektorportal