Größere römische Münze gefunden - schlechter Zustand, extrem hart anhaftender Acker-Dreck - Metalldetektor Bodenfunde

Hallo zusammen, meine 2. römische Münze, die ich gefunden habe (lachen) Für meine Begriffe sogar eine richtig große Münze. Man kann schemenhaft einen Kopf erkennen (nass und im Streiflicht), aber der Ackerdreck sitzt dermaßen hart auf der Münze, dass ich den nicht wirklich runter bekomme. Der ist hart wie Glas und lässt auch kein Wasser eindringen :S Klar, die Münze wird auch nach Entfernen des Drecks kein Museumsstück, aber ich würde sie gerne bestmöglich reinigen. Hat jemand eine Idee, wie ich den Dreck lösen kann, ohne die Patina zu zerstören? Aktuell liegt sie in warmen Wasser mit einem Tropfen Spülmittel.

Da hilft nur das Skalpell, Stereomikroskop und ruhige Hände. Ich pinne dir hier mal meinen Reinigungsbericht an. Bericht Auf jeden Fall Hände weg von jeglicher Chemie oder Glasfaserstiften, egal was die Leute dir hier sagen. Deine Münze wird ein Follis oder ein Dupondius sein.

Klasse Bericht von dir. Eben gelesen. Echt tolle Arbeit und gutes Ergebnis. Das lässt mich hoffen, es ähnlich gut hinzubekommen. Stereomikroskop habe ich nicht, aber eine Kopflupe und jede Menge filigranes Werkzeug aus dem Modellbaubereich. Ballistol....du meinst dieses Universalöl, welches man auch als Waffenöl kennt? Habe ich leider nicht im Haus. Sind Alternativen wie W40 Spray oder normales Nähmaschinen-Öl auch möglich?

Klasse Bericht, was haelst Du denn von in Olivenoel einlegen. Dauert wohl Monate soll aber auch gut funktionieren.

Ich kann dir nur meine Erfahrungen mitteilen: Lass die Finger von WD40. Sowohl im Maschinenbau, Auto oder hier. Das Zeug ist Müll. Balistol verwende ich für sowas mit einem viel ruhigeren Gewissen. So kannst mal versuchen die Münze 1-2 Std in Balistol einzuweichen und dann mit der Arbeit zu beginnen. Wenn du fertig bist, bade die Münze in warmen Seifenwasser um das Balistol wieder zu entfernen. Sie wird danach auch noch danach duften aber du kannst sie dann schön mit Resto-Wachs behandeln. Und bitte lass die Finger von Paraffin und das Einkochen dessen... Das kann dir die komplette Patina versauen, aber ich habe schon gemerkt, dass da jeder andere Ansprüche hat. Wenn du gute Augen hast kannst du auch ohne Vergrößerung arbeiten. Mein Tipp: warte bis die Sonne abends oder morgens schön auf n Tisch knallt und arbeite dann im Streiflicht der Sonne. So kann man wirklich wirklich gut arbeiten an sowas und sieht die Konturen der Prägung. Am Ende bleibt noch zu sagen, dass jede Münze ein Glücksspiel ist. Die kann jetzt noch so stabil wirken und unter der Kruste richtig bröselig oder weich sein mit Pech. Für mich sieht s deine Münze aber nach einem Vorzeigeprojekt aus mit der dicken Mineralkruste.

Klasse Bericht, was haelst Du denn von in Olivenoel einlegen. Dauert wohl Monate soll aber auch gut funktionieren. Sorry für die Worte, ist keinesfalls böse gemeint aber: LASST DIE FINGER VON DER OLIVENÖL-SCHEISSE. Ich bekomme jedes Mal Krätze wenn ich lese wie manche ihre schönen Funde darin Monate Baden. Olivenöl hat nichts in unserem Hobby zu suchen, genau so wie WD40 und sicher eigentlich auch kein Balistol aber dem vertraue bei kurzer Anwendung noch am ehesten.

Prima, danke für die Tipps, werde ich beherzigen und Ballistol besorgt grinsende-smilies-0023.gif Ja, ich denke, dass die Patina sehr stabil ist. Zumindest an den Rändern ist sie fest, denn da habe ich schon versucht, die Kruste mechanisch mit einem Skalpell vorsichtig "abzuknibbeln" und es geht an manchen Stellen sehr gut, da platzt der Dreck einfach von der Patina ab. An anderen Stellen scheint er aber regelrecht mit der Patina verschweißt zu sein ;(

Ja, da wird es dann in Endeffekt so sein wie bei zB dem Follis von mir. Innen wird es dann etwas narbig. Da heißt es aufpassen mit dem Werkzeug.

Klasse Bericht, was haelst Du denn von in Olivenoel einlegen Danke auch an dich für den Tipp. Ich habe mich mit dem Thema "Olivenöl" nächtelang auseinander gesetzt und so ziemlich jeden Bericht (auch fremdsprachige) im Web gelesen und viele Videos dazu angesehen und bin zu dem Entschluss gekommen, dass das nicht wirklich das Wahre ist.

Nun gut, mit welchen anderen Chemikalien kann man denn arbeiten? Gerad wenn man bischen grobmotorig veranlagt ist kann so eine mechanische Geschichte schnell ins Auge gehen, waer schade um den Fund.

Nun gut, mit welchen anderen Chemikalien kann man denn arbeiten? Gerad wenn man bischen grobmotorig veranlagt ist kann so eine mechanische Geschichte schnell ins Auge gehen, waer schade um den Fund. Ich habe mal in einem Video - ich meine es war vom Marcus Brüche - gesehen, dass man das Ganze auch in eine Ammoniak-Lösung einlegen kann. Die Lösung war auf rund 5 % verdünnt worden, eine Münze für etwa 10 min. eingelegt worden und es hieß, dass die Patina nicht angegriffen wird, die Ammoniak-Lösung aber unter den Dreck kriecht und diesen dadurch aufbricht und löst. Ich habe das noch nicht ausprobiert. Irgendwie sind mir alle selbst gefundenen Münzen (noch) zu schade dafür, mit solch scharfen Sachen ran zu gehen, ganz gleich wie schlecht deren Zustand ist. Bei Ammoniak muss man auch höllisch aufpassen, denn die Dämpfe können schwerste Lungenschäden verursachen, bis hin zu Exitus letalis! Atemschutz mit entsprechendem Filter (diese einfachen "Papier-Schnüffel-Tüten" reichen nicht) ist unbedingt zu tragen. Und da Ammoniak auch stinkt wie ein tagelang ungeputztes Katzen-Klo, dürfte es noch vor Essig in der "Gunst" meiner Frau stehen... fie

Naja demgegenueber mit einem Skalpel an der Muenze rumzufummeln, kannst Glueck haben oder eben nicht..

Ammoniak ist in meinen Fall die einzige Chemie die ich an Silbermünzen lasse. Du kannst auch Verdünnung über 5 % benutzen. Natürlich alles nur für Silbermünzen. Bei Eisen benutze ich allerdings noch Oxalsäure. Kupfer ist eh immer für die Tonne Bronze bedeutet für mich automatisch manuelle Reinigung. Das wars eigentlich bei mir mit dem Mittelchen.

Da hilft nur das Skalpell, Stereomikroskop und ruhige Hände. Auf jeden Fall Hände weg von jeglicher Chemie oder Glasfaserstiften Genau - Skalpell (auch sonstige Zahnarztbestecke) und Stereomikroskop, was anderes kommt bei Bronze nicht in Frage. Aber was hast du gegen Glasfaserstifte? Die kommen bei mir zum Abschluss dran - ohne Druck drüber und die feinen Ablagerungen sind auch weg, die du mit dem Skalpell nicht kriegst.

Da hilft nur das Skalpell, Stereomikroskop und ruhige Hände. Auf jeden Fall Hände weg von jeglicher Chemie oder Glasfaserstiften Genau - Skalpell (auch sonstige Zahnarztbestecke) und Stereomikroskop, was anderes kommt bei Bronze nicht in Frage. Aber was hast du gegen Glasfaserstifte? Die kommen bei mir zum Abschluss dran - ohne Druck drüber und die feinen Ablagerungen sind auch weg, die du mit dem Skalpell nicht kriegst. Ich habe mir mal drei Stück gekauft und mich daran ausprobiert. Meiner Meinung nach beschädigt man damit die Bronzepatina zu stark, vor allem im Bereich der umlaufenden Schrift... Aber auch hier muss man wohl abstufen wie gut und hart (oder eben weich) die vorliegende Patina ist. Im Gegensatz zu neuzeitlichen Münzen ist es ja so, dass die Römer etc fast nur noch aus Patina bestehen. Deswegen sieht man hier ja öfter chemisch gereinigte Münzen die am Ende nur noch glatte, blanke Scheiben sind. Vielleicht benutze ich einen der Stifte nochmal probeweise wenn du sagst, dass die gut auf Bronzepatina funktionieren können. Benutzt du die flächig oder wirklich gezielt an einzelnen Spots?



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